Familie Schneider
Sieben Generationen einer Familie
1846 — 2026
Für Mia und Paul – damit sie wissen, woher sie kommen.
Und für Oma Uschi, die alles erzählt hat.
Beispielbuch · Familie Schneider
Eigenes Buch beginnenSieben Generationen einer Familie
1846 — 2026
Sieben Generationen einer Familie
1846 — 2026
Für Mia und Paul – damit sie wissen, woher sie kommen.
Und für Oma Uschi, die alles erzählt hat.
Die direkte Linie von Johann Schneider, Bauer im Westerwald, bis zu Mia und Paul. Im Stammbaum stehen noch einundsechzig weitere: Geschwister, ihre Ehepartner und Kinder.
3Familie und Zeichnungen in diesem Beispiel sind zur Veranschaulichung erfunden.
4Vom Dorf im Westerwald unter Tage ins Ruhrgebiet, über die Mauer hinweg nach Leipzig und Berlin – und am Ende nach Hamburg.
Kapitel I · Ursprung
„Wer früh aufsteht, dem gehört der Tag.“7
Johann Schneider, 1846–1910
Der älteste Schneider, den wir kennen, war Johann, Kleinbauer in einem Dorf bei Montabaur. Der Hof war so klein, dass er im Winter nebenbei als Steinhauer arbeitete. Er hatte acht Kinder, und nur der Älteste konnte den Hof erben. Johann soll gesagt haben, ein Schneider brauche keine Schere, sondern zwei Hände. Seine Taschenuhr – eine schwere Silberuhr mit Sprung im Glas – liegt heute bei Michael in der Schublade.
8Kapitel II · Aufbruch
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9Wilhelm Schneider, 1874–1938
Mit zweiundzwanzig ging Wilhelm ins Ruhrgebiet, wo die Zechen Männer suchten. Er fuhr in Gelsenkirchen ein, wohnte zuerst als Kostgänger bei einer Bergmannsfamilie und schickte jeden Monat Geld ins Dorf. Den Gruß «Glück auf!» sagte er sein Leben lang auch beim Bäcker. Seine Frau Anna lernte er im Kirchenchor kennen; sie war die Einzige, die über seinen Westerwälder Dialekt nicht lachte.
10Kapitel III · Schwere Jahre
„Brot backen kann man immer, Geld drucken nicht.“11
Heinrich Schneider, 1902–1971
Heinrich wollte nicht unter Tage. Er lernte Bäcker und eröffnete 1923 mit Elisabeth einen kleinen Laden – ausgerechnet im Jahr der Inflation. Ein Brot kostete im November eine Milliarde Mark, morgens anders als abends. Die Leute kamen mit Wäschekörben voller Scheine. Elisabeth schrieb die Preise mit Kreide und wischte sie zweimal am Tag weg. Einen dieser Geldscheine haben wir noch: hundert Milliarden Mark.
12Kapitel IV · Nach dem Krieg
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13Karl-Heinz Schneider, 1932–2010
Als der Krieg zu Ende war, war Karl-Heinz dreizehn. Die Bäckerei lag in Trümmern, die Familie wohnte im Keller. Er sammelte Kohle von den Güterzügen und klopfte mit seiner Mutter Steine sauber, damit der Laden wieder aufgebaut werden konnte. Im Winter 1947 backte sein Vater das erste Brot im neuen Ofen. Karl-Heinz erzählte später, es habe nie wieder so gut gerochen.
14Kapitel V · Wunderjahre
❦
15Karl-Heinz und Ursula Schneider, 1962
1962 kaufte Karl-Heinz einen gebrauchten hellblauen Käfer, und im Sommer fuhren er und Uschi zum ersten Mal über die Alpen nach Italien. Zwei Tage Fahrt, eine Nacht im Auto am Brenner, und dann der Gardasee. Uschi hatte nie das Meer gesehen und hielt den See zuerst dafür. Von dieser Reise stammt das Foto, das bei uns im Flur hängt – beide lachen, und der Käfer hat einen platten Reifen.
16Kapitel VI · Liebe
❦
17Michael und Sabine Schneider, 1989
Sabine kam aus Leipzig. Michael hatte sie 1987 bei einem Kirchentreffen kennengelernt und ihr zwei Jahre lang Briefe geschrieben, die manchmal geöffnet ankamen. Am 9. November 1989 stand er zufällig in Berlin, als die Grenze aufging. Drei Tage später saß Sabine mit ihrer Schwester im Trabi vor seiner Tür in Gelsenkirchen. Im Sommer darauf heirateten sie – mit Gästen aus Ost und West an einem Tisch.
Kapitel VII · Heute
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19Jonas Schneider, 1990
Elif und ich haben uns im Studium in Bochum kennengelernt, in einer Vorlesung, die wir beide schwänzen wollten. 2015 zogen wir nach Hamburg, weil sie dort eine Stelle am Hafen bekam. Unsere Hochzeit war das erste Fest, auf dem meine Oma Uschi und Elifs Oma Ayşe nebeneinander saßen. Sie sprachen kaum eine gemeinsame Sprache und haben sich trotzdem den ganzen Abend Kuchenrezepte erklärt.
20Kapitel VIII · Die nächste Generation
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21Jonas Schneider, 1990
Ein Jahr bevor sie starb, habe ich Oma Uschi an drei Nachmittagen mit dem Handy aufgenommen. Sie erzählte von den Trümmern, vom Käfer und davon, wie Opa ihr den ersten Kuss erst nach dem dritten Kinobesuch gab. Jetzt will Mia abends «Omas Geschichte» hören. Sie hat ihre Urgroßmutter nie getroffen, aber sie lacht an denselben Stellen wie ich.
Traditionen
Ursula Schneider, geb. Krüger, 1935–2019
Man braucht
Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, mit Mehl, Zucker, Butter und Ei zu einem glatten Teig kneten und zugedeckt eine Stunde gehen lassen. Auf ein gefettetes Blech ausrollen. Für die Streusel Mehl, Zucker und kalte Butter mit den Fingern verkrümeln, eine Prise Zimt dazu, dick auf dem Teig verteilen. Noch einmal zwanzig Minuten gehen lassen und bei 180 Grad backen, bis die Streusel goldgelb sind.
Oma sagte: «Die Streusel müssen dicker sein als der Boden, sonst ist es kein Streuselkuchen.» Elif backt ihn jetzt jeden Sonntag – mit etwas Kardamom.
24❦
Die Schneiders sind erfunden, das Buch ist echt: So stellt Treename die Geschichten zusammen, die Ihre Familie mit ihrer Stimme erzählt – mit Stammbaum, Karte und Fotos. Ihres entsteht aus Ihren eigenen Geschichten.
25Das Familienbuch der Schneiders · gemacht mit Treename · 2026
Familie und Zeichnungen in diesem Beispiel sind zur Veranschaulichung erfunden.
26Blättern mit den Pfeiltasten, durch Wischen oder mit den Knöpfen